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Warum Achtsamkeit so wertvoll ist

Warum Achtsamkeit so wertvoll ist

Donnerstag, Juni 26, 2025

Was soll es schon bringen, sich hinzusetzen und nichts zu tun? Es scheint widersinnig, zumal alles in unserer umtriebigen Welt auf das Produktivsein abzuzielen scheint. Doch je getriebener wir sind, umso wichtiger sind die Momente der Stille, in denen wir uns dem bloßen Sein hingeben.

Die Tage scheinen stetig an uns vorbeizurasen. Bald schon sind es Wochen, dann Monate; schließlich Jahre. Jeder Mensch kennt dieses Phänomen, dass uns heimsucht wie ein Fluch, dass die Zeit schneller voranschreitet, je älter man wird. Doch das muss nicht so sein. Denn dass dem so ist, darum rätselt man in der Wissenschaft nicht. Dass mit zunehmendem Schatz and Lebenserfahrung, die Tage nicht stetig neues bringen, mag nicht verwundern. Und dass unser Gehirn schließlich nur jenen Dingen die volle Aufmerksamkeit widmet, die uns neu erscheinen, ist hinlänglich bekannt. Wenn nun also kaum Neues in unser Leben tritt, wir denn Trott des Alltages hinnehmen und ab unserem 35. Lebensjahr ohnehin beinahe alles was wir tun habituell geprägt ist, ist es eine Unausweichlichkeit, dass die Zeit schneller voranschreitet. Hinzu kommt, dass jeder weitere Tag, verglichen mit der gesamten Anzahl an Tagen, die wir bereits gelebt haben, einen immer kleineren Bruchteil an der Gesamtheit unseres Lebens einnimmt. Wir befinden uns also im natürlichen Fluss des Lebens - doch darum ist nicht jeder neue Tag kürzer als der vorangegangene. Wer sich diesem Gefühl nicht hingeben will, für den gibt es Wege, sich des Beraubtwerdens um die verstrichene Zeit zu erwehren. Der Schlüssel hierfür liegt in der Achtsamkeit. Denn kein Tag gleicht jemals dem Anderen. Wir begegnen anderen Menschen, gehe vielleicht alte Wege, doch stets neuen Schrittes, mache einige Dinge gleich, und doch sind sie niemals identisch. Wenn wir also dem jetzigen Tun unsere volle Aufmerksamkeit widmen, dann wird jeder Tag neu - jeder gespülte Becher, jedes Hallo, jede Sitzung auf der Toilette, jede Dusche, jeder Kuss. Nur weil wir Dinge schon tausende Male gemacht haben, müssen sie nicht langweilig sein. Schenken wir also auch den ordinären Dingen des Alltags die Beachtung, die sie als Teil unseres Lebens verdienen, so gewinnen wir ein Stück jenes Moments zurück, an dem wir eben jene Tätigkeiten zum allerersten Mal getan haben. Alles was es dafür braucht, ist nur ein kleiner Hauch von Achtsamkeit. 

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